BISS fordert Solidarität mit Lesben

Tag der lesbischen Sichtbarkeit: BISS fordert Solidarität mit lesbischen Frauen und Lesbenprojekten!

Seit 2008 wird am 26. April der Tag der lesbischen Sichtbarkeit begangen, um auf die besondere Situation von lesbischen Frauen hinzuweisen. Die zunehmend hitzig geführten Debatten um lesbische Sichtbarkeit nimmt BISS zum Anlass, um Solidarität mit lesbischen Frauen und Lesbenprojekten zu fordern und zu ausgewählten Themen Stellung zu beziehen:

Rehabilitierung und Entschädigung

Unter dem § 175 StGB hatten viele schwule Männer zu leiden. Was viele nicht wissen: In der DDR wurde 1968 der § 175 StGB durch den § 151 StGB-DDR ausgetauscht. Ab sofort wurde auch weibliche Homosexualität in der DDR strafrechtlich geahndet. Vergleichbares geschah auch in Österreich. In der BRD wurden auch Stimmen laut, den § 175 StGB auf Lesben auszuweiten. Seit 2017 sind die verurteilten Frauen aus der DDR rehabilitiert und können eine Entschädigung beantragen. Seit 2019 können sie auch Ermittlungsverfahren, die mit einem Freispruch oder einer Einstellung endeten und zu beruflichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Benachteiligungen führten, entschädigen lassen.

  • Das Bundesamt für Justiz bietet hierzu eine kostenfreie Beratung an 0228-9941040

Erinnerungspolitik

Auch lesbische Frauen wurden im Nationalsozialismus verfolgt und in Konzentrationslagern, beispielsweise im KZ Ravensbrück, ermordet. Lesbische Frauen engagierten sich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Ein Beispiel hierfür ist Cilly Helten, für die die Community in Düsseldorf eine eigene Straße fordert. Im Widerstand verteilte sie Flugblätter der KPD, war im Untergrund aktiv und wurde ins KZ Ravensbrück deportiert, das sie zum Glück überlebte. Sie ist ein Beispiel für viele lesbische Widerstandskämpferinnen, die ins Bewusstsein des Erinnerns gerückt werden müssen. Viele andere wurden brutal ermordet.

  • Wir fordern daher ein eigenes Gedenken für die lesbischen Opfer des Nationalsozialismus im KZ Ravensbrück durch die Berücksichtigung der Gedenkkugel

Wohnen im Alter

Lesbische Frauen fordern für sich Lesbenwohnprojekte. Dabei ist es ein berechtigtes Interesse lesbischer Frauen ihre eigenen Forderungen zu artikulieren und hierfür von der Politik gehört zu werden. Der Dachverband Lesben und Alter und BISS haben daher gemeinsam einen Aufruf an die Berliner Senatsverwaltung gestartet, endlich ein lesbisches Wohnprojekt durch die gesonderte Vergabe eines Grundstücks zu ermöglichen. Berlin wäre hiermit Vorreiterin in Europa und könnte eine Vorbildwirkung für andere Städte entfalten. Die lesbische Initiative Rad und Tat vermeldet nun, ein Wohnprojekt doch noch verwirklichen zu können.

  • Wir fordern deshalb die Berliner Senatsverwaltung auf, den Verein Rad und Tat bei der Verwirklichung des Wohnprojekts finanziell und personell stärker zu unterstützen

Community-Building

Die Debatte um ein lesbisches Wohnprojekt in Berlin und eine lesbische Gedenkkugel im KZ Ravensbrück haben in der Community und in den sozialen Netzwerken polarisiert. Sie hat Vorurteile zwischen Schwulen und Lesben aufgedeckt und leider verstärkt. Damit hat die Community durch gruppeninterne Kämpfe ihren gesamtgesellschaftlichen Zielen geschadet und sich selbst geschwächt. Der Dachverband Lesben und Alter und BISS erleben diese Ambivalenzen zwischen Zusammenarbeit und Konkurrenz im Alltagsgeschäft. Dennoch ist es unser Ziel gemeinsam für ältere Lesben und Schwule zu streiten. Deshalb treten wir gemeinsam auf dem Deutschen Seniorentag auf, veröffentlichen wir gemeinsame Positionspapiere für soziale Teilhabe und Wahlaufrufe. Deshalb fordern wir gemeinsam altersfreundliche CSDs und eine bessere Pflege für ältere Lesben und Schwule.

  • Wir fordern von staatlichen Institutionen eine (Förder-)Politik, die Lesben- und Schwulenprojekte nicht in Konkurrenz bringt und gegeneinander ausspielt, sondern gezielt Lesbenprojekte absichert
  • Wir fordern von der Community eine Zusammenarbeit, die den Namen verdient und Differenzen aushält

 

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