Wir gedenken aller Menschen, die durch das nationalsozialistische Regime verfolgt, misshandelt und ermordet wurden.

Wir gedenken insbesondere der Tausenden von homosexuellen und Männer liebenden Männern, die von den Nationalsozialisten in Konzentrationslager verschleppt und getötet wurden. Mit dem Rosa Winkel gekennzeichnet und als eine der kleinsten Gruppen der Häftlinge, die in der Lagerhierarchie weit unten standen, war ihre Todesrate sehr hoch.

Wir werden nicht vergessen, dass das Leid und die Verfolgung homosexueller und Männer liebender Männer mit dem Ende des NS-Regimes unter Fortführung des § 175 in der Bundesrepublik Deutschland bis zu dessen Abschaffung 1994 nicht endeten.

Wir werden nicht vergessen, dass den verfolgten und gequälten, den überlebenden und getöteten homosexuellen und Männer liebenden Männern jahrzehntelang die Anerkennung als NS-Opfer verweigert wurde.

Wir mahnen, in Anbetracht der stark zunehmenden Gewalt und Hasskriminalität gegenüber Schwulen, Lesben, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen sowie queeren Menschen, die dunkle und menschenverachtende Vergangenheit nicht zur Gegenwart werden zu lassen.

Wir mahnen, nicht den vermeintlich leichten Lösungen von Problemen von Populisten, von Extremisten und von Faschisten zu erliegen.

Wir rufen auf, hinzuschauen. In die Parlamente von Bund und Ländern. In die Räte der Kommunen. Überall dorthin, wo Populisten, Extremisten und Faschisten unsere freiheitliche Demokratie und pluralistische Gesellschaft angreifen.

Wir rufen auf, die Stimme zu erheben, wenn diese Mehrheiten suchen und finden, um gesellschaftliche Minderheiten zu schwächen, zu diskriminieren und unsichtbar zu machen.

Für uns gilt: Nie wieder!